Contents

 Telekommunikationsanalysesystem TAS


Einleitung

Im Jahre 1996 wurde aus dem Telephonbereich der staatlichen Deutschen Bundespost das privatisierte Nachfolgeunternehmen Deutsche Telekom AG. Neben weiteren Punkten, beispielsweise der Emission und Bewerbung von Aktien, sind für den Telephonmarkt zwei Merkmale von besonderer Bedeutung. Zum einen hat die Deutsche Telekom das Telephonleitungsnetz übernommen und damit zunächst ein Monopolmerkmal. Zum anderen hat die Deutsche Telekom aber auch eine sechsstellige Zahl an Beamten übernommen. Um das Monopol des Telephonleitungsnetzes aufzubrechen und den Markt für weitere Telekommunikationsunternehmen zu öffnen, muß die Deutsche Telekom verschiedene Vorleistungsprodukte wie Telephonleitungen, DSL und Glasfaserprodukte ihren Mitbewerbern gegen ein relativ geringes Entgelt zur Verfügung stellen.
Da es sich bei dem Telephonmarkt um ein reines Massenmarktgeschäft mit großen Auftragsvolumen und kleinen Einzelumsätzen handelt, ist es von besonderer Bedeutung, daß die hiermit verbunden Aufträge, welche beispielsweise bei Telephonanschlußleitungen in fünfstelliger Anzahl pro Tag anfallen, schnell und automatisch verarbeitet werden können. Ansonsten schwindet die geringe Handelsspanne, welche im Massenmarktgeschäft verbleibt, schnell dahin. Daher werden alle Massenmarktprodukte über elektronische Schnittstellen, die über das Internet miteinander verbunden sind, gehandelt.

Als Berater waren wir seit 2004 insgesamt neun Jahre lang für die Deutsche Telekom tätig gewesen. In dieser Zeit haben wir Geschäftsprozeßanalysen der bestehenden Auftragsprozesse durchgeführt und neue Geschäftsprozesse und Schnittstellen eingeführt. In den weit mehr als 100 Projekten lagen einige im Bereich der älteren elektronischen Schnittstellen ESAA, eCaSS und alte BLW. Im Jahre 2006 wurde dann mit der Planung eines neuen Systemes begonnen, dessen Aufgabe es war, die alten Schnittstellen zusammenzuführen und die unterschiedlichen Prozesse der verschiedenen Produktgruppen zu vereinheitlichen. Dies war der Beginn des Großprojektes WITA. Während der Planung wurden wir mit dem Entwurf und der Architektur eines Internetportales und einer neuen Geschäftslogik (neue BLW) beauftragt. Die Planung und die spätere Umsetzung hat mehrere Jahre gedauert. Mit dem Portal verbunden war auch der Entwurf einer neuen Schnittstelle, der WITA-Auftragsschnittstelle. Um eine Einbindung an bestehende Systeme der Telekommunikationsunternehmen zu erleichtern, hatten wir uns dafür entschieden, grundsätzlich bei allen zu treffenden Konzeptionsentscheidungen auf bestehende Standards und keine selbstentwickelten Einzellösungen wie bei den alten Schnittstellen zu setzen. Als Schnittstellentyp sollten daher Webservices eingesetzt werden. Gleichzeitig sollten die Daten verschlüsselt übertragen und der Absender verifizierbar sein. Eine übliche Technik, Daten im Internet verschlüsselt zu übertragen, war die Nutzung des https-Protokolles, welche eine weite Verbreitung gefunden hat und daher für die gesicherte Übertragung ausgewählt wurde. Bezüglich der Verifizierbarkeit der Absender, also der Authentifizierung, sollte ebenfalls eine Standardlösung eingesetzt werden und keine proprietäre Lösung. Daher fiel unsere Wahl auf eine elektronische Signatur, welche im JAVA-Bereich bereits gut unterstützt wurde. Die eigentlichen Daten der Aufträge sollten im XML-Format, welches heutzutage den Standard im Bereich des Datenaustausches bildet, übertragen werden. Auch hier haben wir uns für standardisierte und nicht für proprietäre Formate der Altschnittstellen entschieden. Neben anderen Vorteilen bringt XML vor allem die Möglichkeit einer hierarchischen Modellierung mit, mit deren Hilfe sich die Auftragsstrukturen gut abbilden lassen. Damit waren die technischen Rahmenvorgaben für die neue Schnittstelle gesetzt, jetzt mußten noch die Produktgruppen, die Geschäftsfälle und die einzelnen Felder definiert werden. Die Modellierung der neuen Geschäftslogik sollte mit Hilfe einer graphischen Beschreibungssprache ähnlich der bekannten Flußdiagramme erfolgen, um Anpassungen der Auftragsprozesse schnell und intuitiv durchführen zu können.

Für Telekommunikationsunternehmen ist die Einführung von WITA oftmals mit vielen Problemen verbunden, da die Struktur und die Einbindung der Webservice-Schnittstelle gerade wegen der Nutzung der Webservice-Security relativ aufwendig ist. Hierbei darf jedoch nicht die Tatsache aus den Augen verloren werden, daß WITA auch Vorteile für die Großhandelskunden der Deutschen Telekom mit sich bringt. Die beiden wichtigsten Vorteile sind:
- eine einzige Schnittstelle, über welche alle Vorleistungsprodukte gehandelt werden,
- vereinheitlichte Prozesse für alle Produktgruppen der Vorleistungsprodukte.
Beide Punkte sind von erheblicher kaufmännischer Bedeutung für die Telekommunikationsunternehmen.

Insbesondere ist es durch die vereinheitlichte Schnittstelle nun möglich, alle wesentlichen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen der unterschiedlichen Vorleistungsprodukte über eine einzige Schnittstelle zu ermitteln. Dazu kommt, daß sich aufgrund der Vereinheitlichung der Geschäftsfälle auch die Kennzahlen der unterschiedlichen Produktgruppen miteinander vergleichen lassen. Beides war vor WITA nicht ohne weiteres möglich gewesen.

Diese Punkte haben dazu geführt, daß wir uns seit 2012 mit der Entwicklung eines eigenen Analysesystemes für den deutschen Telekommunikationsmarkt auf Basis der WITA-Schnittstelle unabhängig von einer Beauftragung durch die Deutsche Telekom beschäftigt haben. Die Programmierung dieses Systemes ist über mehrere Entwicklungsjahre erfolgt, da es immer wieder zu Anpassungen der Datenstrukturen gekommen ist aufgrund erweiterter Funktionalitäten und um höherere Verarbeitungsgeschwindigkeiten zu erzielen. Die Anpassung der Datenstrukturen führte oftmals zu einer ganzen Lawine von Programmanpassungen, welche alle nicht nur einzeln implementiert, sondern auch erneut getestet werden mußten. Auch der Test des Datendurchsatzes des Systemes ist nicht trivial gewesen, denn zunächst einmal mußte eine Datenbasis geschaffen werden, welche mindestens der Jahresdatenmenge des größten Großhandelskunden der Deutschen Telekom in bezug auf Aufträge und Meldungen entsprach. Die Größe der Datenbasis lag hierdurch im zweistelligen Gigabytebereich und umfaßte insgesamt folgende Daten für ein Jahr:
- 5,2 Millionen abgeschlossener Aufträge pro Jahr (entspricht durchschnittlich 20.000 abgeschlossener Aufträge pro Tag),
- 800.000 stornierter und abgebrochener Aufträge pro Jahr (entspricht durchschnittlich 3.300 stornierter und abgebrochener Aufträge pro Tag) und
- 28 Millionen Meldungen (entspricht durchschnittlich 112.000 Meldungen pro Tag).

Bei dieser Datenmenge bewegen sich die Antwortzeiten der verschiedenen Auswertungsarten im Sekundenbereich.

Bei dem neuen System handelt es sich um das Telekommunikationsanalysesystem TAS. Mit Hilfe von TAS können Analysen der Daten vorgenommen und die Ergebnisse an normalen Arbeitsplatzrechnern unter WINDOWS in Form von Diagrammen dargestellt werden. Die Aufbereitung und Verwaltung der Daten erfolgt mit Hilfe mehrerer Serverprogramme, welche auf einem Server in einem Rechenzentrum laufen. Alle Daten werden 4096 Bit RSA-verschlüsselt übertragen. Bei der Anbindung von TAS muß das bestehende System außer einer einfachen Konfigurationsänderung der Dienstendpunkte nicht verändert werden, da TAS einfach zwischen das bestehende System und das System der Deutschen Telekom geschaltet werden kann (Serielle Anbindung). Um Systemabhängigkeiten zu minimieren, kann TAS auch mittels einer eigenen Webservice-Schnittstelle parallel zum bestehenden System betrieben werden (Parallele Anbindung).

Bei der Entwicklung dieses Systemes war es von Anfang an unser Ziel, daß TAS als praktisches Hilfsmittel den Telekommunikationsunternehmen aussagekräftige und zeitnahe Kennzahlen zur Verfügung stellt, im Gegensatz zum Einsatz standardisierter betrieblicher Auswertungen, welche Analysen teilweise erst mit Verzögerung aufgrund einer nächtlichen Stapelverarbeitung ermöglichen und oftmals nicht speziell auf den WITA-Auftragsprozeß im Telekommunikationsbereich abgestimmt sind.

 

Leistungsumfang

Das Telekommunikationsanalysesystem TAS ist ein Hilfsmittel für Telekommunikationsunternehmen, welches es ermöglicht, wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen aufgrund der über die WITA-Schnittstelle an die Telekom übermittelten Daten zu visualisieren.

Folgende Kennzahlen werden von TAS bereitgestellt:
- alle Geschäftsfälle der Schnittstelle wie beispielsweise Bereitstellungen, Kündigungen und Wechselgeschäftsfälle,
- Bestandsveränderungen,
- durchschnittliche Verarbeitungszeiten und Verspätungszeiten der Deutschen Telekom,
- Fehler innerhalb des WITA-Prozesses durch mehrfache Meldungen, beispielsweise mehrfache verbindliche Liefertermine,
- Fehler innerhalb des WITA-Prozesses durch mehrfache Aufträge,
- Offene Aufträge, welche seit längerer Zeit nicht abgeschlossen wurden, zum Beispiel alle mehr als zwei Monate offenen Aufträge,
- an welche MItbewerber die meisten Kunden verloren wurden,
- von welchen MItbewerbern die meisten Kunden gewonnen wurden,
- Zwischenmeldungen für jeden Geschäftsfall und
- Datenabfrage von Auftragsdaten anhand von Auftrags- oder Vertragsnummer.

Die Analysen werden außer der Datenabfrage in Diagrammform über einen ausgewählten Zeitraum am Monitor angezeigt und können auf Knopfdruck auch auf dem Drucker ausgegeben werden. Als Zeitraum kann ein Tag, ein Monat, ein Jahr oder ein beliebiger anderer Zeitraum in Tagen gewählt werden. Um die Größe der Datenbank und die Antwortzeiten derselben auf ein sinnvolles Maß zu beschränken, werden die Auftragsdaten eines Jahres vorgehalten. Auf Kundenwunsch und in Abhängigkeit von den durchschnittlichen Auftragszahlen sind auch andere Vorhaltungszeiträume möglich.


Abgrenzung von üblichen betriebswirtschaftlichen Auswertungen der Buchhaltung
Im Gegensatz zu den bekannten betriebswirtschaftlichen Auswertungen aus dem Bereich der Buchhaltung lassen sich mit TAS Auswertungen erstellen, wieviele Kunden man an bestimmte Mitbewerber in Wechselprozessen - mit genauen Angaben zu Kundenzahlen je Mitbewerber - verloren hat oder wieviele Kunden man von anderen Mitbewerbern in Wechselprozessen gewonnen hat. Auf Wunsch können diese Angaben nicht nur bundesweit berechnet sondern auch regionalbezogen auf Postleitzahlbereiche eingegrenzt werden. Auch Verspätungszeiten der Telekom werden regional und nach beliebigen Zeiträumen aufgedeckt, was für Regreßansprüche von Bedeutung sein kann. Weiterhin werden Fehler in der WITA-Prozeßkette durch mehrfache Meldungen und Aufträge ebenso ermittelt wie seit langem offene Aufträge. Darüberhinaus ist ein Online-Monitoring des laufenden Betriebes durch Anzeige der Aufträge, Meldungen und Bestandsveränderungen möglich.


Online-Monitoring des laufenden Betriebes
TAS ermöglicht es, Auftragsdaten, Meldungen, Bestandsveränderungen, Wechselaufträgen, von Mitbewerbern gewonnene und an Mitbewerber verlorene Kunden, doppelte Meldungen und weitere Betriebsdaten im laufenden Betrieb zeitnah zu verfolgen. Bei einem 6-MBit-DSL-Anschluß und einer Last von 29.000 Aufträgen pro Tag (entspricht etwa 5 Meldungen pro Sekunde), können alle 8 Sekunden die aktuellen Auftragszahlen aus den Daten der Schnittstelle dargestellt werden. Bestandsveränderungen einschließlich Angaben zu Produktgruppenwechseln, Verbundleistung und Providerwechseln können alle 30 Sekunden aktualisiert dargestellt werden.
Damit kann der Auftragsbetrieb ständig überwacht und gemonitort werden.

 

Regionale Auswertungen nach Postleitzahlen
Alle Auswertungsarten lassen sich auf Wunsch auf einen Postleitzahlenbereich einschränken, so daß regionale Auswertungen möglich sind. Beispielsweise läßt sich durch Eingabe des Postleitzahlbereiches 50 für den Monat Dezember in wenigen Sekunden ermitteln, wieviele Kunden man im Raum Köln in der Weihnachtszeit neu hinzugewonnen oder verloren hat. Hierbei wird für jeden Mitbewerber einzeln die Zahl der Zuläufe und der Abgänge angezeigt.
Diese Angaben haben in Zusammenhang mit Werbeaktionen eine große Bedeutung. Wenn in einer regionalen Zeitung oder einem Radiosender Werbung geschaltet wird, kann in den nächsten Wochen geprüft werden, wieviele Neu- und Wechselkunden im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vormonate in dieser Region gewonnen wurden. Damit kann die Wirksamkeit der Werbung in genauen Zahlen geprüft und belegt werden.


Analyse von Fehlern in der WITA-Prozeßkette
Fehler in der WITA-Prozeßkette sind sowohl für die Telekom als auch für Telekommunikationsunternehmen ein großes Problem. Durch mehrfache Meldungen kann es zu doppelten Buchungen und Fehlbeständen kommen. Doppelte Aufträge können Betriebsmittel blockieren und doppelte Fakturierungen auslösen. Aufträge, welche seit Monaten offen sind, können zu Ansprüchen von Endkundenseite führen, aber auch Schadenersatzpauschalen gegenüber der Telekom auslösen.
Diese Fehler können durch TAS mit Hilfe des Fehleranalysemodules ermittelt und angezeigt werden.


Modularer Aufbau
Das Telekommunikationsanalysesystem ist in seiner Gesamtheit in sieben kaufmännische Module gegliedert:
- Basismodul,
- erweitere Auswertungen,
- Fehleranalysemodul,
- Exportmodul,
- Kundenverwaltung,
- Produktgruppenverwaltung und
- Benutzerverwaltung.

Das Basismodul umfaßt die Grundausstattung des Systemes mit den Auswertungs-, Verwaltungs- und Serverprogrammen einschließlich der Einrichtung des Servers. Die anderen Module erweitern den Funktionsumfang der Basis und können einzeln und unabhängig voneinander zusätzlich zum Basismodul lizensiert werden.

 

Basismodul

Das Basismodul umfaßt alle Auswertungs-, Verwaltungs- und Serverprogramme einschließlich der Einrichtung des Servers. Als Auswertungsarten sind die Geschäftsfälle und Bestandsveränderungen enthalten.

Das Basismodul verwaltet eine Kundennummer, eine Produktgruppe sowie bis zu jeweils zwei unabhängige Benutzer der Auswertungs- und Verwaltungsprogramme.

Durch zusätzliche Module können weitere Auswertungsarten, Kundennummern, Produktgruppen und Benutzer der Basis hinzugefügt werden.


Produktgruppen

Je nach Version der WITA-Schnittstelle können die Kennzahlen der folgenden Produktgruppen ausgewertet werden:
- ADSL shared,
- CLS,
- FTTH,
- Preselection,
- TAL,
- XDSL und
- XDSL b.

Im Basismodul wird eine Produktgruppe unterstützt. Mit Hilfe des Produktgruppenverwaltungsmodules können alle über WITA gehandelten Produktgruppen analysiert werden.


Geschäftsfälle
Alle über die WITA-Schnittstelle gehandelten Geschäftsfälle können dargestellt werden:
- Bereitstellungen,
- Kündigungen,
- Providerwechsel,
- Verbundleistungen,
- Produktgruppenwechsel,
- Leistungsänderungen und
- Leistungsmerkmaländerungen.

Hierbei werden die Anzahl der neuen Aufträge, die Anzahl der abgeschlossenen Aufträge sowie die Anzahl der stornierten und abgebrochenen Aufträge graphisch dargestellt.

 

Bestandsveränderungen
Aus den Bereitstellungen, den Kündigungen und den Wechselaufträgen berechnet TAS die Bestandsveränderungen des Kunden. Hierzu werden zwei Diagramme auf dem Bildschirm dargestellt.

Im oberen Diagramm sind die Daten der bestandsvermehrenden Geschäftsfälle in grün den Daten der bestandsvermindernden Geschäftsfälle in rot gegenübergestellt.

Im unteren Diagramm wird die Differenz der zunehmenden und der abnehmenden Geschäftsfälle sowie zusätzlich die laufende Summe seit Beginn des angezeigten Zeitintervalles abgebildet. Hierdurch kann auf einen Blick erkannt werden, ob der Bestand im angezeigten Zeitraum zugenommen oder abgenommen hat.

 

Erweiterte Auswertungen

Das Modul "Erweiterte Auswertungen" kann zusätzlich zum Basismodul lizensiert werden und umfaßt vier Auswertungsarten:
- Bearbeitungs- und Verspätungszeiten,
- abgebende und aufnehmende Anbieter,
- Meldungen und
- Datenabfrage.


Bearbeitungszeiten
Die durchschnittliche Bearbeitungszeit der Aufträge sowie die durchschnittliche Verspätungszeit der Deutschen Telekom kann mit Hilfe der Auswertungsart Bearbeitungszeiten ermittelt werden. Hierbei ergibt sich die Bearbeitungszeit aus der Anzahl der Tage vom Auftragseingang bis zum Fertigstellungstermin. Die Verspätungszeit ergibt sich aus der Differenz des Fertigstellungstermines und des verbindlichen Liefertermines. Die typischen Bearbeitungsprobleme in der Ferienzeit und der Weihnachtszeit lassen sich mit Hilfe dieser Auswertung einfach und übersichtlich darstellen.

 

Abgebende und aufnehmende Anbieter
Diese Analyseart spiegelt eine der wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen aus Sicht des Unternehmens wider, da hiermit Kundenzuwächse und -abgänge visualisiert werden können.

Die Anzeige ist in drei Teile gegliedert.

Im unteren Teil der Anzeige sind die Bestandsänderungen, welche mit Kundenwechseln in Zusammenhang stehen, dargestellt. Bestandsänderungen, welche im eigenen Unternehmen stattfinden, sind hierbei absichtlich herausgefiltert. Zusätzlich kann im unteren Diagramm ein Teilintervall markiert werden, für welches die dazugehörigen Daten in den oberen beiden Diagrammen aufgeführt werden.

Im oberen linken Teil der Anzeige findet man diejenigen Kunden in grün, welche von anderen Anbietern in dem ausgewählten Teilintervall übernommen worden sind. Für jeden Anbieter wird die Anzahl der gewonnenen Kunden einzeln ausgewiesen und als Teil eines Kuchendiagrammes angezeigt. Geht man mit der Maus auf das Kuchendiagramm, werden alle Anbieter in einem temporären Hilfsfenster einzeln mit den Auftragszahlen der gewonnenen Kunden aufgeführt, da in dem Kuchendiagramm aus Platzgründen um Überlappungen zu vermeiden nur die größten Auftragszahlen aufgeführt werden.

Im oberen rechten Teil der Anzeige sind diejenigen Kunden in rot aufgeführt, welche an andere Anbieter in dem ausgewählten Teilintervall abgegeben worden sind. Für jeden Anbieter wird die Anzahl der verlorenen Kunden einzeln ausgewiesen und als Teil eines Kuchendiagrammes visualisiert. Geht man mit der Maus auf das Kuchendiagramm, werden alle Anbieter wiederum in einem temporären Hilfsfenster einzeln mit den Angaben der verlorenen Kunden aufgeführt.

 

Meldungen
Für jeden Geschäftsfall kann die Anzahl der unterschiedlichen Meldungsarten wie beispielsweise Auftragsbestätigungsmeldung, Abbruchmeldung, Erledigungsmeldung und Entgeltmeldung dargestellt werden. Hierbei werden sowohl die Anzahl der Standardmeldungen als auch diejenigen der stornierten und terminverschobenen Meldungen ausgewiesen.

 

Datenabfrage
Mit Hilfe der Funktion Datenabfrage können die Daten einzelner Aufträge sowie die dazugehörigen Meldungen abgerufen werden. Hierzu gibt man entweder die Auftragsnummer oder die Vertragsnummer ein. Um eine Blockierung des Datenbankservers zu verhindern, ist die Menge der rückgemeldeten Datensätze auf jeweils 100 begrenzt.

 

Module

Fehleranalysemodul
Das Fehleranalysemodul ermöglicht die Ermittlung mehrerer Fehlerarten in der WITA-Prozeßkette. Es werden drei Analysearten bereitgestellt:
- mehrfache Meldungen,
- mehrfache Aufträge,
- offene Aufträge und
- nicht zuordnungsbare Meldungen.

So können mehrfache Meldungen, welche zu unterschiedlichen Lieferterminen und damit zu Regreßansprüchen von Endkunden führen können, und mehrfache Aufträge, welche zu Regreßansprüchen von Seiten der Telekom führen können, ermittelt werden. Ebenso werden offene Aufträge dargestellt, welche seit langer Zeit nicht abgeschlossen wurden, was für Schadenersatzpauschalen von Interesse ist. Meldungen, welche nicht eindeutig einem Auftrag zugeordnet werden können, werden automatisch ausgewiesen und aufgeführt. Mit Hilfe der Exportfunktion können die Daten dann weiter analysiert werden.

Die Anzeige der Fehleranalysen ist in zwei Teile gegliedert. Im oberen Teil erfolgt die Anzeige der Anzahl der betroffenen Meldungen beziehungsweise Aufträge. Im unteren Teil befindet sich eine Tabelle, welche jede Meldung beziehungsweise jeden Auftrag in Form einer Zeile auflistet. Aus Sicherheitsgründen ist die Menge der Datensätze auf 64.000 begrenzt. Durch Angabe eines entsprechenden Zeitintervalles und Postleitzahlenbereiches kann die Ausgabemenge sinnvoll eingeschränkt werden.

 

Exportmodul
Das Exportmodul dient als optionales Modul zusätzlich zum Basismodul dem Export der Daten. Mit Hilfe des Exportmodules können die Daten von jeder Auswertungsart direkt in eine Exceldatei exportiert werden. Damit lassen sich die Daten direkt mit anderen Programmen weiterverarbeiten. Das Exportformat ist Excel 5 (ab 1994) und damit sehr weit verbreitet.

Es werden alle wichtigen Angaben ausgegeben; in der Auswertungsart "Abgebende und aufnehmende Anbieter" werden beispielsweise auch die Listen der Namen und die einzelnen Auftragszahlen der abgebenden Anbieter und der aufnehmenden Anbieter für den ausgewählten Zeitraum mitausgegeben.


Kundenverwaltung
Das Kundenverwaltungsmodul ist ein optionales Modul zusätzlich zum Basismodul und umfaßt die Administrierung von mehr als einer Kundennummer.

Wenn Aufträge nicht nur von einer Kundennummer sondern von unterschiedlichen Kundennummern ausgewertet werden sollen, wird das Kundenverwaltungsmodul benötigt. Hiermit können beliebig viele Kundennummern in die Datenbank eingetragen und deren Aufträge und Meldungen analysiert werden. Zu jeder Kundennummer kann ein Kundenname hinterlegt werden. Dieser Name erscheint auf den Registerkarten des Kundenregisters, so daß nach jedem Kundennamen und damit Kundennummer einzeln ausgewertet werden kann.


Produktgruppenverwaltung
Das Produktgruppenverwaltungsmodul ist ein optionales Modul zusätzlich zum Basismodul und ermöglicht es, alle über WITA gehandelten Produktgruppen zu analysieren.

Derzeit werden die folgenden Produktgruppen über WITA gehandelt:
- ADSL shared,
- CLS,
- FTTH,
- Preselection,
- TAL,
- XDSL und
- XDSL b.

Falls mehr als eine Produktgruppe über WITA abgewickelt wird, wird das Produktgruppenverwaltungsmodul benötigt. Mit Hilfe dieses Modules kann auf der Registerkarte Produktgruppen die jeweilige Produktgruppe auf Knopfdruck ausgewählt werden.


Benutzerverwaltung
Mit Hilfe des optionalen Benutzerverwaltungsmodules können beliebig viele Benutzer der Anzeigeprogramme administriert werden. Hierzu können in der Benutzerverwaltung der Benutzername und ein erstmaliges Kennwort für jeden Benutzer eingetragen werden. Die Benutzer können danach ihre Kennwörter selbst ändern.

Die Benutzerverwaltung ist mandantenfähig, dies heißt, daß jedem Benutzer eine beliebige Anzahl von Kundennummern, auf deren Daten er Zugriff hat, zugeordnet werden kann. Hierdurch können beispielsweise mehrere Unternehmen, deren Auftragsdaten über ein und dieselbe WITA-Schnittstelle abgewickelt werden, jeweils ihre eigenen Daten auswerten ohne Zugriff auf die Daten der anderen Unternehmen zu haben.

Die Verwaltung von bis zu zwei Benutzern ist bereits in dem Basismodul enthalten. Sollen mehr als zwei Benutzer verwaltet werden, muß dieses Modul lizensiert werden.

 

Automatische Datensicherung

Die Datenbank wird jede Nacht automatisch gesichert. Diese Funktionalität ist bereits im Basismodul enthalten und muß nicht separat lizensiert werden.

Es werden die kompletten Datensicherungen der letzten vier Wochen auf einem Server im Rechenzentrum vorgehalten. Bei einem Rechnerproblem können daher die Datenbestände der letzten Tagen problemlos zurückgesichert werden. Als zusätzliche Sicherheit können die Datensicherungen auch auf einen Rechner des Kunden täglich transferiert werden.

 

Preise

Jedes Jahr erscheinen neue WITA-Versionen. Für jede neue WITA-Version muß der Applicationserver angepaßt werden und - je nach Änderung - auch der Datenbankserver, das Auswertungs- und das Verwaltungsprogramm. Darüber hinaus wird der Leistungsumfang des Programmes ständig erweitert. Um Planungssicherheit bezüglich der Jahreskosten zu ermöglichen, wird TAS daher in Form von Jahreslizenzen (zeitlich beschränktes Nutzungsrecht) angeboten.

In den Kosten einer Jahreslizenz sind alle Nutzungs-, Betriebs- und Einrichtungskosten von TAS für ein Jahr enthalten:
- Einrichtungskosten für Webservice Schnittstellen Richtung Kunde und gegebenenfalls Richtung Telekom (je nach Anschlußart),
- Einrichtungskosten der Serverprogramme und des Betriebssystem des Servers,
- Betriebskosten eines Servers mit fester IP in einem Rechenzentrum in Deutschland mit direkter Anbindung an die DECIX-, Lambdanet-, TeliaSonera- und INXS-Knotenpunkte, 10 GBit Backbone und einer durchschnittlichen Verfügbarkeit von mehr als 99,9%,
- Betriebskosten für die Erstellung täglicher Datensicherungen der Datenbank mit einer Datenvorhaltung von 28 einzelnen Tagen,
- Kosten für SSL-Zertifikat (je nach Anschlußart),
- Nutzungskosten für Auswertungs-, Verwaltungs- und Serverprogramme,
- Kosten für eine Änderung auf eine neuere WITA-Version und
- Kosten für alle neuen Programm- und Datenbankversionen der lizensierten Module.

Die Preise richten nach der Anzahl der Module sowie nach der durchschnittlichen Anzahl der Aufträge pro Tag. Für die Auftragsanzahl gibt es mehrere Staffeln.

Das Programmsystem wird für zwei Dienstendpunkte (wholesale und carrier), sowie für die wsdl-Dateien einer WITA-Version eingerichtet. Erscheint eine neue WITA-Version, kann der Kunde entscheiden, ob TAS auf die neue WITA-Version ohne weitere Kosten umgestellt werden soll.

Die genauen Preise sind auf Anfrage erhältlich. Hierzu senden Sie bitte eine kurze Email an info@i-d-a.de .

 

Systemvoraussetzungen

Auswertungs- und Verwaltungsprogramme
Die Auswertungs- und Verwaltungsprogramme laufen unter WINDOWS 64 Bit ab Version 7 auf den Rechnern des Kunden. Kommen als Anwendungsrechner Linux basierte Systeme zum Einsatz, können die Programme auch unter der Virtualbox von Oracle mit WINDOWS 7 64 Bit Gastsystem unter Linux betrieben werden.


Serverprogramme
Der Datenbank- und der Webapplicationserver werden auf einem Server mit SSD Speicher komplett eingerichtet. Der Server wird von dem Ingenieurbüro Dr. Abel GmbH in einem Rechenzentrum in Deutschland mit fester IP-Adresse unter Linux betrieben. Für den reibungslosen Betrieb werden zahlreiche Parameter des Betriebssystemes einschließlich nebenläufiger Prozesse, Dateirechte und Benutzerkonten optimiert. Die Einrichtungs- und Betriebskosten sowie die SSL-Zertifikatskosten für den Server sind in den Lizenzkosten bereits komplett enthalten.

Gegen Aufpreis sind auch Einrichtung und Wartung auf Kundenservern möglich.


Anbindung
Die Anbindung des Programmsystemes TAS an das bestehende System des Kunden kann auf zwei Arten erfolgen:
- parallele Anbindung und
- serielle Anbindung.

Beide Anbindungsarten bieten ihre jeweiligen Vor- und Nachteile.


Anbindung ohne TAS
In der ursprünglichen Anbindung ohne TAS ist der Server des Kunden über eine Webservice-Schnittstelle mit dem Server der Telekom verbunden.

 

Parallele Anbindung von TAS
Die parallele Anbindung ist die Standardanbindung des Systemes. Hierbei wird vom System des Kunden eine zusätzliche Webservice-Schnittstelle mit den gleichen wsdl-Dateien, welche auch für die Schnittstelle zur Telekom benutzt werden, bereitgestellt. Jedes mal, wenn eine der beiden Webservices zur Telekom (wholesale oder carrier) aufgerufen wird, ruft das Kundensystem die jeweilige Schnittstelle zu TAS mit den gleichen Daten auf. Die Webservice-Schnittstelle zu TAS kann wahlweise mit oder ohne WS-Security betrieben werden. Ein Betrieb ohne WS-Security verzichtet auf die Signaturen und macht die Transaktionen deutlich schneller. Dies ist unabhängig von der Datenverschlüsselung, welche durch die https-Anbindung auf jeden Fall gegeben ist.

Durch Wahl dieser Anbindungsart ist das System unabhängig und kann weiterarbeiten, falls der Webapplicationserver von TAS aus irgendeinem Grunde nicht erreicht werden kann.

Als Nachteil besteht die Notwendigkeit der Einrichtung einer zusätzlichen Webservice-Schnittstelle auf Kundenseite.

 

Serielle Anbindung von TAS
Bei der seriellen Anbindung wird die Schnittstelle des Kunden mit dem Webapplicationserver von TAS anstelle des Telekomservers verbunden. TAS leitet die Nachrichten dann mit unveränderten Inhalt - jedoch eigener Signatur - an die Telekom weiter.

Auch diese Anbindung kann auf der Verbindung Kunde/TAS wahlweise mit oder ohne WS-Security betrieben werden. Ein Betrieb ohne WS-Security verzichtet auf die Signaturen und macht die Transaktionen deutlich schneller. Dies ist unabhängig von der Datenverschlüsselung, welche durch die https-Anbindung auf jeden Fall gegeben ist. Auf der Seite TAS zu Telekom wird immer mit eingeschaltetem WS-Security gesendet.

Durch die serielle Anbindung braucht auf der Kundenseite keine Änderung des Kundensystemes erfolgen, außer einer einfachen Konfigurationsänderung der beiden Dienstendpunkte. Die Kosten für das SSL-Zertifikat sind bereits in den Lizenzgebühren enthalten.

Als Nachteil ergibt sich eine Abhängigkeit von der Verfügbarkeit des Webapplicationserver von TAS. Sollte dieser nicht erreichbar sein, können keine Aufträge weitergeleitet oder empfangen werden. Bei einer Verfügbarkeit des Rechenzentrums von 99,9% ist die Wahrscheinlichkeit einer Nichtverfügbarkeit jedoch entsprechend gering.


 

Urheberrecht 2000-2017:
Ingenieurbüro Dr. Abel GmbH

Besucher seit 01.01.2000:

GoStats hit counter
 

Statistik: